Fußpilz

Fußpilz (medizinisch Tinea pedis) ist eine häufig vorkommende Erkrankung, die durch verschiedene Arten von Hautpilzen hervorgerufen wird. Sie ist mit unangenehmen Beschwerden wie starkem Juckreiz und Schuppenbildung verbunden. Obwohl es wirksame Medikamente gegen Fußpilz gibt, ist die Behandlung mitunter langwierig, was bei den Betroffenen zu großem Leidensdruck führen kann.
Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet unter Fußpilz. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, ältere Menschen häufiger als jüngere. Unter Sportlern, vor allem Läufern und Schwimmern, wird eine noch größere Verbreitung von Fußpilz vermutet. Besonders gefährdet sind auch Menschen mit Immunschwäche, Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen in den Füßen.

Beschwerden bei Fußpilz

Die Beschwerden bei Fußpilz treten vor allem in den Zehenzwischenräumen, auf der Fußsohle, dem Fußrücken und der Ferse auf. Folgende Symptome in diesen Bereichen weisen auf Fußpilz hin:

  • Juckreiz zwischen den Zehen

  • weißliche, aufgequollene oder leicht eingerissene Haut, die sich abschälen lässt

  • Schuppenbildung auf der Haut

  • Hautrötungen bis hin zu offenen Stellen (Aussehen "wie gekochtes Fleisch")

  • kleine Bläschen oder Pusteln



Sonderfall Nagelpilz
Pilze, die in der Fußhaut in Bereichen wie Zehen, Sohle, Ferse oder Fußrücken Beschwerden hervorrufen, können sich auch in den Fußnägeln einnisten. Nagelpilz erkennt man an folgenden Veränderungen:

  • Die Nägel verfärben sich zunächst milchig, später gelblich bis bräunlich-schwärzlich.

  • Die Nägel werden brüchig bis bröckelig und reißen leicht ein.

  • Die Nageloberfläche verdickt sich an manchen Stellen.

Der Befall eines Nagels mit Pilzen kann zu seiner kompletten Zerstörung führen.
Fußnägel sind anfälliger für Nagelpilz als Fingernägel, weil ein feuchtwarmes Milieu, wie es z.B. bei längerem Tragen von nicht atmungsaktivem Schuhwerk entsteht, die Ausbreitung der Pilze begünstigt.

Das Selbstwertgefühl nimmt Schaden
Fußpilz oder Nagelpilz können nicht nur durch die damit verbundenen Beschwerden die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern darüber hinaus auch dem Selbstwertgefühl schaden. Dies kann sich unter Umständen auch negativ auf das Sexualleben auswirken, da sich die Betroffenen selbst nicht mehr als gepflegt und attraktiv empfinden.

Behandlung von Fußpilz

Ein Fußpilz kann auf folgende Art und Weise behandelt werden:

  • äußerlich mit rezeptfreien Cremes, Salben, Lösungen, Sprays oder Puder

  • äußerlich mit rezeptpflichtigen Cremes oder Lösungen

  • innerlich mit Tabletten, die der Arzt verordnet


In den meisten Fällen genügt eine äußerliche Behandlung des Fußpilzes. Sie muss jedoch vorschriftsmäßig durchgeführt werden, damit alle Pilze auch tatsächlich abgetötet werden. Wird die erforderliche Behandlungsdauer nicht eingehalten, kann sich der Fußpilz nach kurzer Zeit erneut ausbreiten.


Spezielle Behandlung bei Nagelpilz
Eine langwierigere Behandlung ist meist erforderlich, wenn der Pilz sich bis in den Bereich der Zehennägel ausgebreitet hat. In diesem Fall kommen rezeptfreie äußerliche Zubereitungen mit den Wirkstoffen Bifonazol, Amorolfin oder Ciclopirox zur Anwendung. Falls dies nicht ausreicht, muss der Arzt stärker wirksame, rezeptpflichtige Medikamente verordnen.

Ursachen von Fußpilz

Ursache von Fußpilz ist meist eine Übertragung von Mensch zu Mensch über abgestoßene Hautschuppen, an denen die für das Auge nicht sichtbaren Pilzsporen haften. Diese stammen von verschiedenen Arten krankmachender Pilze wie Fadenpilzen, Schimmelpilzen oder Hefen.

Die Übertragung der Pilze kann überall dort erfolgen, wo Menschen barfuß laufen: in Schwimmbädern, Saunen, Gemeinschaftsduschen. Eine Übertragung ist auch über den Teppichboden von Hotelzimmern oder im häuslichen Bereich möglich, falls ein Familienmitglied an Fußpilz erkrankt ist.

Manche Menschen sind besonders gefährdet, an Fußpilz zu erkranken:

  • Sportler, vor allem Läufer und Schwimmer

  • Menschen, die berufsbedingt enges oder wenig atmungsaktives Schuhwerk, z.B. Gummistiefel, tragen müssen

  • Diabetiker

  • Menschen mit einer Schwäche des Immunsystems

  • Menschen, die an Durchblutungsstörungen der Füße leiden

  • Menschen die vorübergehend oder über längere Zeit mit bestimmten Arzneimitteln (Antibiotika, Kortison, Immunsuppressiva) behandelt werden

Quellen:

Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation. Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 3. Auflage (2007)

Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)

Tietz, H.-J.: Tinea pedis und Onychomykose. Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 25 (2007)


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